top of page
DSCF8970_edited.jpg

SAN JOSÉ

#5 WEITERZIEHEN

DSCF9088_edited.png

AREA.

YOSEMITE  

STAY.

SEPTEMBER 6 – SEPTEMBER 7

HIGHLIGHTS.

BLACK BEARS; MOUNTAINS

ABOUT.

​

»Was ist wichtiger«, fragte Großer Panda,

»der Weg oder das Ziel?«

​

»Die Gefährten«, sagte Kleiner Drache.

YOSEMITE

Yosemite. Der Nationalpark steht nicht auf meinem Plan für meine USA-Reise. Wehmütig drehe ich darum meinen Kopf zur Seite und blicke die zwei jungen Französinnen in der Language School in Berkely an, als sie euphorisch erzählen, welche Distanzen sie beim Wandern im Yosemite Nationalpark zurückgelegt, welche Erlebnisse sie beim Campen gemacht haben. Schade, denke ich. Mein Reisestil per Zug lässt ein Yosemite-Besuch nicht zu. Ich rufe mir in Erinnerung: Die Küste ist mein Plan. 

Doch dann blicke ich an meinem zweiten Tag in San José auf mein Smartphone. Dave hat mir in seiner Nachricht vier Vorschläge für das Wochenende geschickt. Stanford und Palo Alto sind bereits beschlossen. An dritter Stelle lese ich: Yosemite. Yosemite…Moment mal habe ich richtig gelesen: YOSEMITE??? Obwohl es früher Morgen ist, ist mein Gehirn plötzlich hellwach. Kann dieser Mann etwa Gedanken lesen? Ich sende ihm umgehend die Nachricht mit Fragen zu der Umsetzung zurück. Meine schnelle Reaktion auf die Nachricht wird später dafür sorgen, dass wir den letzten Zeltplatz auf dem einzigen zu dieser Zeit zur Verfügung stehenden Campingplatz in Yosemite ergattern werden. »Dann soll es so sein!«, werde ich später zu ihm sagen. 

Als wir frühmorgens um 7 Uhr auf dem Highway Richtung Yosemite Nationalpark unterwegs sind und die Sonne hinter den Hügeln aufgeht, kann ich meine Aufregung nur schwer bremsen. Ein Gefühl von Freude und Neugier durchströmt mich. Diese Emotionen sind immer besonders stark, wenn es sich um etwas Überraschendes handelt, etwas, mit dem ich nicht gerechnet habe. Etwas unverhofftes, etwas, das sich auf einer Reise durch besondere Umstände ergibt. In meinem Fall sind das: 

1) Das Couchsurfen in San José
2) Die Überredungskunst von meinem Host, meinen Aufenthalt zu verlängern
3) Meine Zeit in San José fällt auf ein Wochenende
4) Es handelt sich zufällig um ein verlängertes Wochenende
5) Meinen Flug um eine Woche umgebucht zu haben
6) Ich bin flexibel
7) Die Reise habe ich nicht im Vorhinein komplett geplant und gebucht

Darum fühlt sich dieser Moment jetzt besser und intensiver, ja, besonders an. Ich genieße den Sonnenaufgang in vollen Zügen. 

IMG_3563_edited.jpg
IMG_3572_edited.jpg
IMG_3563_edited.jpg
IMG_3576_edited.jpg
32d3f2b8-3775-400b-afc1-aaaf8f2419ab_edited.jpg

Auf dem Weg zum Nationalpark halten wir für einen Kaffeestop an einem süßen amerikanischen Ort an. Wir machen den Fehler und laufen in das Visitor Center. Dort sitzt eine ältere Dame, die ihre Worte an diesem Tag an Dave loswerden muss. 

Ich verschwinde auf die Toilette. Als ich zurückkomme unterhalten sie sich nach wie vor über dasselbe Thema (einen Wanderweg, den wir niemals erwandern werden), wie zuvor, als hätte es die zehn Minuten nicht gegeben. Ich verdrehe genervt die Augen und gebe Dave pantomimisch mit einer Handbewegung zu verstehen, ein Café aufzusuchen. Er nickt. Dann verdrücke ich mich erneut geräuschlos. Diese Art von Menschen, die Monologe von sich geben, ohne jegliches Interesse am Gegenüber, lasse ich ziemlich schnell im Regen stehen. Das macht sie nicht mit mir!, denke ich. Sie hat mich sowieso bereits vergessen, als ich elegant aus der Tür schlüpfe. 

IMG_3569_edited.jpg

Beim Betreten des Café's bekomme ich – zunächst – gute Laune. Das Café is süß eingerichtet, es befinden sich einige schwarz weiß-Fotografien an der Wand. Es herrscht eine gemütliche Atmosphäre, ein amerikanischer Gitarrist gibt gute Cover zu seinem Besten. 

​

Die gute Laune hält so lange an, bis ich an die Theke gehen will und zwei große gewachsene Burschen mir den Blick auf die Kuchentheke versperren. Penetrant stehen sie minutenlang dort. Ich frage mich, wie lange kann eine Bestellung dauern? Dann bin endlich ich dran und die schnöseligen Typen mit ihren geleckten Schuhen, perfekten Frisuren und schwarzen Hemden treten von der Theke zurück. »Oh mein Gott«, denke ich. Sie würdigen mich keines Blickes und schauen auf ihre Handys. 

​

»One Cappuccino and one Flat White to go, and two Crossaints, please«, sage ich.

Die Frau hinter der Theke schaut mich missbilligend an und sagt mit hochgezogenen Augenbrauen, soeben wären 17 Kaffees bestellt worden und ich solle mich also nicht wundern, das könne eine Weile dauern. Mir verschlägt es die Sprache. Haben diese arroganten Typen 17 Kaffees ohne Bestellung aufgegeben? Unfassbar. Männer können das. Spätestens jetzt bin ich extrem genervt! Was ist los mit diesem Ort? 

​

Geschlagene 30 Minuten warten wir in dem Café, als schließlich unser Kaffee to Go fertig ist, die Crossaints hat sie natürlich vergessen. Wir verlassen erleichtet das Café und ich nippe an dem Flat White: »I only taste Oat milk!«, sage ich zu Dave. Und dafür haben wir eine Ewigkeit gewartet und geraten kurz danach in einen Stau. Die Misere ist auf dem Video nicht zu sehen ;)

Am Yosemite Nationalpark angekommen entscheiden wir uns nach der dreiundhalbstündigen Fahrt eine Rast zu machen und an einem Picknicktisch unser Lunch zu essen, das wir mitgenommen haben: Wraps, Salat, Avocado und Käse. In der Nähe entdecke ich eine kleine Flussmündung und freue mich nach dem Lunch  in den Fluss zu springen. 


Das Wasser, das von den Gletschern in den Bergen gespeist wird, ist angenehm kühl.
Ich genieße es nach der langen Autofahrt an einem 30 Grad-warmen Tag die Gelegenheit für eine Erfrischung im 16 Grad-kühlen Gletscherwasser mit Blick auf die Berge zu haben.

IMG_3591.heic
DSCF8906_edited.jpg
IMG_3632_edited.jpg
DSCF8943_edited.jpg
DSCF8945_edited.jpg
IMG_3638_edited.jpg
IMG_3590_edited.jpg

Danach suchen wir unseren Campingplatz auf, der auf der anderen Seite des Nationalparks liegt. Meine Augen kleben an der Fensterscheibe. Jede Kurve bietet eine neue spektakuläre Aussicht auf die Steinformationen und die Berge. Was für eine atemberaubende Landschaft!, denke ich. Wahnsinn! Der Glacier Point bietet eine 360-Grad-Aussicht. Ein Panorama auf die Berge, Wasserfälle und Felsen. Die Aussicht ist in dem goldenen Licht fantastisch. Das Warten hat sich gelohnt!

 

Als wir am Campingplatz ankommen, ist es fast dunkel. Schnell bauen wir das Lager für die Nacht auf und fahren daraufhin für das Abendessen zu dem nächstgelegenen Hotel. Dort gibt es ein spanisches Restaurant, und, hoffen wir, einen Stromanschluss mit Kabel zum Aufpumpen für die Air Mattresses. Der Plan ist: zuerst etwas Warmes essen und dann an der Rezeption nachzufragen, ob wir den Stromanschluss nutzen können, um die Luftmatratzen aufzublasen. Als wir vor der Rezeptionistin stehen, spielen wir unsere jeweiligen Vorzüge aus: er als Mann, und ich als Frau. Die arme Frau benötigt (natürlich) Hilfe und der Mann kann einfacher Forderungen stellen, da diese eher akzeptiert werden. Ziemlich makaber, eigentlich! 

Kurze Zeit später, es ist 22 Uhr, erscheinen drei Hotelmitarbeitende, einer davon ist Ingenieur. Dave und ich sind, als Nicht-Hotelgäste, hoch erfreut. Unser Plan ist aufgegangen! Wir können die Luftmatratzen im Außenbereich aufpumpen und in das Auto manövrieren. Mit stolzer Brust und dem Gefühl soeben etwas »Unglaubliches« erreicht zu haben (nämlich über unsere Grenzen der Peinlichkeit gegangen zu sein), setzen wir uns wieder in das Auto und fahren zurück zu dem Campingplatz. 

Die Temperatur fällt in der Nacht unter sieben Grad. Eine neue Herausforderung! Damit die Luftmatratzen in das Auto passen, haben wir sie nur zu Dreiviertel aufgeblasen. Das macht sich jetzt bemerkbar. Stunde um Stunde wird die Kälte unerträglicher, zieht vom Boden hoch, durch die Luftmatratze hindurch. Um 7 Uhr am Morgen hat es gefühlte null Grad. 


Zudem wache ich bei jedem erdenklichen Geräusch auf. Schließlich befinden sich hier Bären und der Campingplatz hat keinen Zaun. Dafür gibt es auf dem Campingplatz Boxen, um das Essen dort einzuschließen und die Bären nicht anzulocken. Auch befinden sich überall Hinweisschilder: Vorsicht Bären! Ein bisschen Angstmacherei, wie ich finde.

​

Da! Ein Geräusch! Das klingt nach einem Bären...Ich klappe meine Augen auf, bin plötzlich hellwach. Nur im Falle, dass ein Bär kommt, lohnt es sich selbstverständlich nicht einzuschlafen, sagt mir mein Unterbewusstsein. Es könnte Gefahr lauern. Da wieder ein Geräusch! Hmm...nur ein Schnarchen in einem der benachbarten Zelte. Ich darf es auf keinen Fall verpassen, wenn ein Bär an meinem Zelt vorbei spaziert. Ich rede meiner Blase gut zu: In dieser Nacht kein Toilettengang. Einem Bär in der Nacht zu begegnen wäre der absolute Albtraum!


Die Kälte, die unbequeme Luftmatratze sowie die Angst vor dem Bären sorgen für einen unbefriedigenden Schlaf von gerade einmal zwei Stunden. Entsprechend übermüdet schauen meine Augen am nächsten Morgen in die Kamera. »Wie soll ich diesen Tag nur überstehen!?«, denke ich. Da unser Camping-Zelt-Spot keinen Stromanschluss hat, können wir zu allem Überfluss kein Wasser und damit keinen Kaffee kochen. Der absolute Albtraum!, denke ich. Meine Laune sinkt dahin. 
Minütlich erinnert mich mein Gehirn daran, Kaffee zu benötigen und zwar dringend! Es gibt ein typisch amerikanisches Frühstück: Toast mit Erdnussbutter und Banane. Na wenigstens haben wir etwas zu essen für das Frühstück dabei, rede ich mir gut zu. 

cf784507-9846-4f2d-87d1-ac7713ef9282_edited.jpg
IMG_3647_edited.jpg
IMG_3648_edited.jpg
IMG_3649_edited.jpg

Da hat Dave die Idee unsere Nachbarn anzusprechen und sie nach Kaffee zu fragen. Morgenmuffelig schaue ich ihn an. Bitte!??? Im Moment ist mir so gar nicht danach, irgendjemanden auf diesem Planeten anzusprechen und um etwas zu bitten! Mein Gehirn schaltet sich wieder an: »Coffee wanted!«, »Coffee wanted!«, »Coffee wanted!«. Okay, denke ich, also entweder ich stelle diese Stimme jetzt ab oder flippe aus. 

Ich springe auf und sprinte hinüber zu unseren Nachbarn, unterbreche etwas panisch mit den Händen fuchtelnd, ihre Konversation. Sie sitzen gemütlich auf ihren Campingstühlen in einem Kreis und trinken, wie ich vermute, Kaffee. »Ob sie  vielleicht Kaffee haben?«, frage ich sie und füge meiner Stimme eine leidende Nuance hinzu: »Unser Zeltplatz hat keinen Strom und ich benötige dringend Kaffee...«.

Es handelt sich um eine Familie mit zwei Kindern im Teenager-Alter und ein Pärchen aus Süd-Kalifornien. Wie könnte einem eine Deutsche in diesem Moment nicht leidtun? Einer der Männer erhebt sich schnell von seinem Campingstuhl und macht sich umgehend daran, Wasser aufzukochen. Dafür liebe ich Campingplätze: alleine für diese Gastfreundlichkeit!


Wir beginnen ein fröhliches Gespräch über meine Reisen. Als ich ihnen erzähle, als nächstes in den Süden bis nach L.A. zu reisen, sind sie begeistert. San Diego sei toll, sagen sie. Doch auch Pismo Beach und Santa Barbara seien empfehlenswert. 
Plötzlich höre ich ein lautes »Hu hu hu…«, und spüre einen Windzug über meinem Kopf. Soeben hat sich eine Eule von dem Baum hinter mir erhoben und fliegt nun über uns hinweg, und erinnert mich daran: wir befinden uns mitten in einem Nationalpark! Dann biete ich allen ein Tim Tam an und erkläre großspurig, wie Tim Tams in Australien an der Ecke abgebissen, in Kaffee getunkt und ausgesaugt werden. Die Familie, und besonders die Kids, sind hellauf begeistert. Als hätte ich die Tim Tam's im Vorhinein abgezählt, ist exakt für jeden von uns ein Keks dabei. 

Ich freue mich, als unsere Nachbarn uns zudem erzählen, dass sie zu der indigenen Bevölkerung zählen. Endlich lerne ich Einheimische kennen! Wir unterhalten uns weitere 30 Minuten und ich vergesse die Zeit – spätestens ab dem Moment, als ich an meinem ersten Schluck Kaffee nippe –, der Moment, wenn die Welt sich für mich wieder zu drehen beginnt. Dave erinnert uns daran, dass wir an diesem Tag noch einiges vorhaben. 

​

Ich überzeuge ihn an dem heutigen Tag nicht den Wasserfall in einer 90Grad-Steigung zu erwandern, sondern zu dem Sentinel Dome zu fahren. Der Grund: Wir sind mit dem Auto am Tag zuvor dort vorbeigefahren und der Parkplatz sah weniger überfüllt aus, als die anderen. Zudem zeigt mir meine Bergfix-App mehrere Wanderrouten dort an. Den Wanderweg, den wir nehmen, ist in der Tat leicht bis mittelschwer und wir halten immer wieder an, um Bilder zu machen. Oben angekommen, erhalten wir wieder einmal einen grandiosen Ausblick über die Berge, die Steinformationen und das Valley. Es windet stark und als wir unser Vesper für das Lunch auspacken, schwirren jede Menge Wespen um uns herum, attackieren uns und unser Essen. Ich packe es nach kurzer Zeit wieder weg. Auf dem Weg zurück knicke ich mit meinem rechten Knöchel leicht um und wir legen eine Pause ein. Daraufhin verlaufen wir uns kurz und Dave nimmt einen anderen Weg. Als ich auf dem Wanderweg zurückfinde, bin ich etwas genervt und denke: »Männer!, wieso hören sie nicht auf Frauen, wenn sie es sollten (so gut wie immer!)«. Ich schüttele ungläubig den Kopf. Nach 20 Minuten taucht Dave aus dem Wald wieder auf und ich bin erleichtert. Kurze Zeit später werden wir auf die Bären treffen, die den Weg nehmen, aus dem Dave zuvor den Berg hochgekraxelt kam. 

​

​

PODCAST

YOSEMITE ENGLISH

YOSEMITE DEUTSCH

IMG_3715.heic
IMG_3719_edited.jpg
IMG_3720_edited.jpg
IMG_3684_edited.jpg

ABOUT.

AREA.

HALF  DOME; EL  CAPITAL

PEOPLE.

DAVE

HIGHLIGHTS.

BLACK  BEARS, MOUNTAINS

Der Reisende

ins Innere findet

alles, was er sucht,

in sich selbst.

Das ist die höchste Form

des Reisens.

​

Laotse

DSCF8983_edited.jpg
DSCF9035_edited.jpg

Die Bärin und ich

​

Ich laufe den Wanderweg entlang.

Im Augenwinkel nehme ich eine Bewegung im Busch wahr.

Ein paar Ohren schauen heraus, ein braunes Fell...

»Ein Bär! Anja...direkt vor dir sitzt ein Bär!!«

​

P A N I K

​

Gedanken rasen mir durch meinen Kopf.

Wie verhalte ich mich bei einer Begegnung mit einem Bären nochmal?

Vergeblich scanne ich mein Gehirn nach Instruktionen ab.

Schnell. Das muss schneller gehen...

Was ist mit Pfefferspray? 

​

Ich schaue zu dem Bären,

er kaut entspannt auf seinen Beeren weiter.

​

Mein Körper setzt sich wie von selbst in Bewegung,

macht drei Schritte auf den Bären zu. 

Da bemerkt dieser mich,

hebt seinen Kopf

schaut mir in die Augen.

Ich schaue ihm in die Augen.

​

Ich halte in meiner Bewegung inne.

»Macht man das so? Wie schnell sind Schwarzbären eigentlich?

Befinde ich mich gerade in Gefahr?«, überlege ich. 

​

Da kaut der Bär weiter genüsslich an seinen Beeren.

Eine Anja gehört scheinbar nicht in sein Beuteschema, denke ich.

Noch einmal Glück gehabt!

​

Die anderen Besucher sind vernünftig,

sie halten ausreichend Abstand.

Und ich?

​

Bin gefangen.

Gefangen in diesem Moment. 

In einer Welt,

in der es nur die Bärin und mich gibt.

​

Nur, die Bärin und ich

DSCF8995_edited_edited.jpg
DSCF9031_edited.jpg
DSCF9021_edited.jpg
DSCF9082_edited.jpg
DSCF9057_edited.jpg
DSCF9075_edited.jpg
DSCF8977_edited.jpg
DSCF9088_edited.png
IMG_3673_edited.jpg
IMG_3665_edited.jpg
DSCF8962_edited.jpg
IMG_3694_edited.jpg
IMG_3664_edited.jpg
IMG_3696_edited.jpg
IMG_3669_edited.jpg
c064f59f-50a5-421f-a594-e00eebee3bfe_edited_edited.jpg

ABOUT.

WETTER

26 GRAD SONNIG

STAY

SEPTEMBER 3 – SEPTEMBER 8

ORT

SAN  JOSÉ

AREA

SILICON VALLEY, STANFORD

Manchmal verändert sich dein Leben nicht, weil etwas Neues beginnt, sondern weil du endlich aufhörst, an etwas festzuhalten, das längst vorbei ist.

DAS THEMA »AUSBLICK«

Steve Jobs begeistert mich bereits in der Zeit meiner Ausbildung zur Mediengestalterin – in Bezug auf die Apple-Produkte. Ich erinnere mich an die ersten Macs in unserem Büro. Das Apple-Logo leuchtet weiß auf, sobald ich den Power-Knopf des Macs berühre. Ich freue mich jeden Morgen den Apple-Rechner anzuschalten und das Leuchten des Apple-Logos zu sehen.

 

Ich bin begeistert wie schnell diese Software – im Gegensatz zu der popeligen Windows-Variante von Bill Gates –, lädt. Der Windows-Rechner benötigt für das Hochfahren drei Mal so viel Zeit, wie ein Mac, stelle ich früh fest. Es ist also nicht verwunderlich, weshalb alle damaligen Kolleginnen und Kollegen Macs für ihr Arbeit benutzen. Von meinem ersten Gehalt kaufe ich mir das erste Macbook, das damals auf dem Markt ist. Und von meinem zweiten Gehalt eine Nikon D80 Spiegelreflexkamera. Computer sowie Fotografie werden so früh zu einem wichtigen Bestandteil in meinem Leben.

 

 

In einer der legendären Reden von Steve Jobs (in Stanford) nimmt er Bezug auf den Sinn des Lebens. Ich greife hier den Satz auf: wie wichtig es sei, das Eigene und nicht das Leben eines anderen zu leben. 

​

Wir leben das Leben eines Anderen meist unbemerkt. Bequemlichkeit und Manipulation spielen hierbei eine goße Rolle. In dieser Rolle geht es darum Erwartungen zu erfüllen.

In Wirklichkeit sind das jedoch die Lebens-Projektionen von anderen Personen, nicht unsere eigenen. Die Wünsche, wie unser Leben auszusehen hat, so, wie sie sich das für uns vorstellen. Doch hierbei handelt es sich meist um  'ihre' Wünsche. Zum Beispiel: Einen guten Job, gutes Geld verdienen, heiraten, eine Familie gründen.

​

Doch am Ende des Lebens fragt sich niemand, ob er die Wünsche von anderen erfüllen konnte. Ob wir uns anpassen konnten, an die Wünsche anderer. Wenn wir lernen diese Anpassungsfähigkeit aufzugeben die andere von uns gewöhnt sind, wird das nicht mehr jedem gefallen. Viele werden sich von uns abwenden.

​

Doch, Momente werden sich von nun an zum ersten Mal gut anfühlen. Sie werden uns wirklich berühren. Und damit meine ich: uns selbst, ganz tief in uns drinnen. 

 

In diesem Sinne:

​

»Bleib hungrig, bleib verrückt, sei Du!«

PODCAST

PALO ALTO 

IMG_3516_edited.jpg
0997f034-3b37-4cf7-8a37-21a267628bfb_edited.jpg
IMG_3514_edited.jpg

AUSBLICK

Palo Alto. Gespannt schaue ich aus dem Wagenfenster.
Die Wohngegend wirkt einfach, fast idyllisch. Die Straßen und Gärten sind gepflegt. Eine Villa mit langer Einfahrt und riesigem Pool sucht man in Palo Alto vergebens. Dabei soll doch der legendäre Steve Jobs hier gelebt haben! Als wir, mein Couchsurfing Host Dave und ich, vor dem Haus stehen, denke ich: 'Das ist ist unmöglich. Das kann nicht das Haus vor Steve Jobs sein. Diese berühmte Persönlichkeit hätte sich niemals mit einem einfachen Haus im englischen Stil, einem einfachen Holzzaun und einem einfachen Holztor zufrieden gegeben.
Doch ich liege falsch: Er hat sich damit zufriedengegeben. Ich grinse, weil Steve Jobs exakt dieser Typ Mensch war, der mich – auch heute noch – überraschen kann.
Mir stechen die Bäume ins Auge. Vier Bäume die akkurat in einer Reihe stehen. Ich stelle mir Jobs vor, wie er die Bäume selbst gepflanzt hat. Sie müssten so um die 20 Jahre alt sein. An den Apfelbäumen hängen rote Äpfel, die bereits reif sind, andere sind noch grün, sie werden bald reifen werden. Steve Jobs hat sein Unternehmen damals nach dem Apfel benannt: »Apple«. Ich habe seine Biographie gelesen. Hier beschreibt er, wie er zu dieser Idee gekommen ist. Jobs ernährt sich früh vegetarisch. Er schwört auf Äpfel, da er mit ihnen einen gesunden Lebensstil verbindet – Die Marke Apple ist geboren. 

Als ich vor seinem Haus stehe und die Apfelbäume betrachte, wird mir bewusst, weshalb Steve Jobs immer einer meiner größten Vorbilder bleiben wird. Ich bemerke, wie seine Gehirnstrukturen meinen Gehirnstrukturen gleichen. Sein Gehirn muss ebenfalls neurodivergent gewesen sein, denke ich. Seine neuronalen Verbindungen sind so smart, sein logisches Denken deckt seine hervorragende Kompetenz ab. Ein ähnliches Gefühl hatte ich bereits beim Lesen seiner Biographie. Irgendetwas elementares verbindet uns, das spüre ich deutlich. Nur: was ist es? Früher dachte ich, es sei das Gespür für Design. Die Art, wie er über Gestaltung, über Formen, über Minimalismus denkt. Doch da ist noch etwas anderes, etwas tiefgründigeres. Es macht mich etwas traurig, dass ich ihn nicht mehr persönlich kennenlernen kann. Denn, da bin ich mir sicher: wir hätten uns sehr gut verstanden! 

Für einen Moment denke ich darüber nach, eine Steve Jobs nahestehende Person zu interviewen. Es reizt mich mit Menschen zu sprechen deren Leben Steve Jobs positiv beeinflusst hat. 'Vielleicht komme ich für die Interviews wieder zurück', denke ich. 

STAY

AREA.

IDYLLISCH; REICH

TYPE

SILICON  VALLEY

HIGHLIGHTS

FARBEN; STEVE  JOBS

SILICON VALLEY

Farben. Sie sind überall: Auf dem Boden, im Cafè, auf der Straße. Denn: Google ist hier zuhause. Und auch weitere Tech-Giganten wie Meta, Apple, Adobe, Zoom...
Zum ersten Mal fühle ich mich auf meiner Reise mit meinem gelben T-Shirt  'underdressed'. Allerdings nicht in dem Sinne, mich einfach schlecht gekleidet zu fühlen, sondern eher, nicht an diesen Ort zu gehören. Augenblicklich laufe ich unterbewusst schneller. Versuche mein Cafè möglichst schnell zu erreichen, um den gut gekleideten reichen Menschen aus dem Weg zu gehen. Seltsam, denke ich. Im Cafè angekommen, fühle ich mich mit den jungen Menschen in Sneakern und Cap gekleidet zwar etwas besser, bin allerdigs von einem inneren Wohlbefinden weit entfernt. Das mag vielleicht auch an dem Weg gelegen haben: mir sind selbstfahrende Autos ohne Fahrer sowie rollende Roboter begegnet. Sie halten an der Ampel an, wie Menschen – das gruselt mich. Ich ertappe mich dabei, wie mir einer der Roboter, beginnt leidzutun, als er es nicht schafft einen Bordstein zu überwinden und zig mal gegen die Wand der Unterführung fährt – vermutlich, da der Boden uneben ist. Ich frage mich, wie sich Ingenieurinnen und Ingenieure das vorstellen. Sie müssten ja in Echtzeit Zentimeter-Daten von allen Wegen und Straßen messen, damit ihr Roboter ohne Zeit- und Wertverlust vorankommt. Ich schüttele ungläubig den Kopf und überhole den Roboter schnellen Schrittes. 


 

IMG_3868_edited.jpg
IMG_3505_edited.jpg
IMG_3503.jpeg
IMG_3506_edited.jpg
IMG_3504.jpeg

SAN JOSÉ

San José zeigt entspannte vier Grad mehr auf dem Thermometer an, als seine Schwester San Francisco, im Norden der Bay gelegen. 'Die Bay Area' ist im Übrigen ein Insider, so nennen sich die Menschen, die aus der Gegend um San Francisco herum kommen. San José liegt im Süden der Bay gelegen, etwa 60 Auto-Minuten von der Metropolregion entfernt. Und während San Francisco bewölkt oder nebelig ist, strahlt in San José die Sonne. 

Dave hat mich auf der Plattform Couchsurfing angeschrieben. 'San José liege ja 'nicht so weit' enfernt von San Francisco, ob ich denn nicht bei ihm couchsurfen wolle, fragt er. Ich entscheide mich für das YMCA in Berkeley, da dies um einiges näher an der Sprachschule liegt. Ich gebe später allerdings an, danach möglicherweise für ein oder zwei Nächte nach San José zu reisen.
San José ist das Zentrum des Silicon Valley und zählt eine Million Einwohner und Einwohnerinnen, womit es knapp mehr Einwohner als San Francisco hat.  Die Firmen Google, Meta, Apple, Adobe, PayPal und Zoom sind hier angesiedelt.

Dave kommt ursprünglich aus Kanada und ist erst vor drei Monaten nach San José gezogen. Die letzten 20 Jahre hat er in Stockholm gelebt. Da er zeitweise aber in Kalifornien gelebt hat, wo seine Firma auch einen Standort hat, hat es ihn nun wieder hierher zurückgezogen. Dave ist super nett und total offen. In Stockholm hat er bereits 30 Couchsurfer gehostet, wie er mir erzählt. Wir unterhalten uns über die Länder, die wir bereits bereist haben, wie sich die Entscheidung in Kalifornien einen Neuanfang zu wagen ergeben hat, sowie über meine Ambitionen Kalifornien zu bereisen. Es wird schnell klar, dass wir uns gut verstehen, und, dass er sehr viel redet! 

Ich habe hier mein eigenes Zimmer, mit einem Bett und einem Schrank. Sowie mein eigenes Bad. Da er kommende Woche auf Konferenzen in Europa ist, fragt er mich sogleich ob ich nicht „Housesitting“ bei ihm machen wolle. Das bedeutet, mich um sein Haus zu kümmern, sowie um die Pflanzen, die Tiere etc. während er im Ausland ist. Ich verneine. Da müsste ich meinen Aufenthalt ja um einen ganzen Monat verlängern. In Australien habe ich andere Reisende getroffen, die Housetting gemacht haben. Es ist eine gute Möglichkeit für wenig Geld an einem tollen Ort zu leben. 

IMG_3497_edited.jpg

Die letzten beiden Tage habe ich, im Gegensatz zu meiner bisherigen höchst aktiven Reise, ruhige Tage eingelegt, da mich meine Periode erwischt hat. Es soll kein Tabuthema bleiben, weshalb ich dieses Thema nicht verschweigen will.
Mein Körper fühlt sich aufgrund der Periode seit gestern müde und ausgelaugt an.
Mein Denken und meine Bewegungen funktionieren schwerfälliger als sonst. Bereits auf der Wanderung auf Angel Island einen Tag zuvor, habe ich weniger Energie verspürt. »Vielleicht bekommst du deine Periode!«, meinte Alex, als ich mich auf einer Bank ausruhen muss. Und tatsächlich. Am nächsten Tag sind sie unverhofft und plötzlich da. Ich hätte eigentlich noch fünf weitere Tage von den Schmerzen verschont bleiben sollen!, weshalb die Periode unberechenbar geworden ist, immer zur falschen Zeit kommt und somit mit Angst verbunden ist. Denn, die Schmerzen fallen unterschiedlich aus. Meistens sind sie – leider – ziemlich stark, strahlen vom Unterleib bis in den unteren Rücken und in die Oberschenkel und das Gesäß aus. Manchmal sind auch Kopfschmerzen dabei. Ohne Schmerztabletten (ingesamt meistens vier bis fünf Tabletten pro Periode!, sind die krampfartigen Schmerzen nicht auszuhalten, besonders in der Nacht. 

Bei mir halten die Schmerzen meistens über zwei bis drei Tage an, dann flachen sie ab. Ab und an sind sie mittelgradig. Wenn ich Glück habe reicht eine Wärmflasche und tagsüber zu schlafen aus. 
Doch ich muss meinen Alltag jedes Mal neu auf die unterschiedliche Zeit und die Schmerzen anpassen, kann dies aber erst tun, sobald die Blutung da ist, da ich davor nicht einschätzen kann woher das langsame Denken und die Energielosigkeit kommen. 
Sobald die Periode da ist, geht es meistens auch mit dem Denken und der Energie wieder aufwärts. Allerdings wird der Körper ab diesem Zeitpunkt müde, da die Blutung all die Ressourcen aus dem Körper zieht. Dies korreliert wiederum mit einem geringeren Denkvermögen, wobei dies unterschiedlich ausfällt.

Alex hat eine sehr gute Erklärung und beschreibt die Periode mit den vier Jahreszeiten: 

Kurz vor der Periode ist es Herbst: Dem Körper geht es zwar noch gut, aber er schwächelt schon etwas, die Blätter fallen ab und es wird kälter.
Wenn die Periode kommt, kommt mit ihr der Winter: Der Körper ist müde und zieht sich zurück. Er blutet und da es draußen kalt ist, muss er sich ausruhen. Sobald die Periode vorbei ist, kommt der Frühling. Da erwacht der Körper, erhält neue Energie und Enthusiasmus. Damit ist er dazu in der Lage, mehr und längere Aktivitäten wahrzunehmen, Sport zu treiben und kann für ein paar Tage mental und kognitiv mehr leisten.

Ich überlege ernsthaft, wieso Arbeitszeiten für Frauen nicht an ihren Zyklus angepasst werden. So könnten Frauen viel effektiver arbeiten, wären besser vor Diskriminierung geschützt und das Bruttosozialprodukt würde mit Sicherheit davon profitieren!

»Im Sommer ist der Körper völlig frei, kann das Leben genießen und ist im Höhenflug. Alles läuft gut. Der Körper hat genug Kraft, Leistug und Enthusiasmus – kurz bevor der Herbst wieder Einzug erhält«                 

Alex Couchsurfing 

PODCAST

PERIODE

IMG_3500_edited.jpg
IMG_3512_edited.jpg

PODCAST

SAN  JOSÉ

Hier in San José sind alle hip. Ich merke: das Geld fließt.
Endlich finde ich einen guten Supermarkt, in dem es reichlich Obst und Gemüse gibt. Die Preise sind etwas höher als in Deutschland. Ein großes Lachs-Filet kostet zwölf Dollar, das sind zehn Euro. Bei mir im Fischladen in Nürnberg kostet ein Lachs-Filet acht Euro, also zwei Euro weniger. Die Menschen laufen mir für meinen Geschmack etwas zu 'overdressed' herum. Entweder im Kleid oder im Anzug. Mit meinem hellgelben T-Shirt und meiner braunen Cap falle ich auf und fühle mich augenblicklich wie ein Fremdkörper. Viele Häuserzeilen sehen gleich aus, die Rasen sind auf das Minimum gestutzt. Wie eine Stadt, die von Golfplätzen umgeben ist. Dennoch gibt es nette Häuser, die diese amerikanisch typischen Treppen zur Haustür und einen Garten haben, der nicht umzäunt ist. Ich fühle mich zumindest sicher in dieser Gegend. Es ist ruhig und die Menschen wirken etwas relaxter als in San Francisco. Da San José einen eigenen Flughafen hat fliegen allerdings ständig Flugzeuge über mich hinweg. Der Lärm ist nicht ohrenbetäubend, doch er ist da. Spätestens wenn jemand sein Auto oder sein Motorrad mit lautem Getöse anwirft, um den eigenen Status zu demonstrieren.
Aber: endlich riecht es nicht mehr überall und an jeder Straßenecke nach Gras.
Ich genieße es, die Menschen beim Basketball spielen auf dem Court im Park zu beobachten.

Ich gebe zu, meine Gefühle gegenüber San José sind zwiegespalten. Die entspannte, sichere, moderne und ruhige Atmosphäre einerseits, und die angeberische, gehobene, etwas kühlere Atmosphäre andererseits. 
Immer wieder ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass das Ganze wie eine künstlich angelegte Stadt auf mich wirkt, die nur gebaut wurde um Menschen einen Wohnort im Silicon Valley zu geben. 

Und dennoch: Mir gefallen die Farben und die LGBTQ+-Freundlichkeit, sowie die vielen  Kunstmuseen ringsherum. Dave und ich haben für Samstag und Sonntag Roadtrips zur Küste und zum Yosemite Nationalpark geplant. Ich sitze hier auf der Terrasse vor dem Haus, die von hohen Bäumen umgeben ist, und einen Blick auf den Park hat. Das Reihenhaus befindet sich an der Ecke und ist zum Norden hin ausgerichtet. Ein großer Vorteil, wie mir Dave erklärt. Der Klimawandel verändert wohl die Wohnambitionen, sage ich. Obwohl es 25 Grad hat wird mir kalt als der Wind um mich herumweht. Ich gehe wieder hinein.
 

IMG_3529_edited.jpg

STANFORD

Die Universität Stanford liegt 25 Autominuten von San José entfernt. Der Campus der privaten Universität ist von Palmen umgeben, weshalb ich während wir dort laufen immer wieder vergesse, mich nicht in einem schönen Park sondern in einem Universitätgelände zu befinden. Die Studenten und Studentinnen sind entspannt, die Atmosphäre ist irgendwie entschleunigend. Es sind auch einige Besucherinnen und Besucher auf dem Campus unterwegs, weshalb die Umgebung noch weniger an Universität erinnert. Doch dann fällt mir der für Stanford bekannte Kirchturm auf, sowie die Palmenalleen und Bänke. Ich überlege mir, wie schön es sich anfühlen muss, an einem Ort zu studieren, an dem das Gehirn auf Urlaubsmodus schaltet. Vielleicht gewöhnt sich das Gehirn ja auch schnell daran? 

Ich entdecke kurze Zeit später eine kleine Café-Insel mitten in einem Park und freue mich. Cafés, die unscheinbar, klein und sich draußen befinden, sind im Normalfall ein gutes Omen. Wir bestellen Sandwiches, Moccha und Cappuccino. 

Ich weiß nicht genau woran das liegt, aber in Stanford fühle ich mich um einiges wohler, als auf dem Campus in Berkeley. Ich kaufe mir ein rotes Langarm-Shirt mit dem Schriftzug Stanford auf dem Rücken, einen Schlüsselanhänger, eine Wollmütze und einen Sticker. Später frage ich mich, wie um alles auf der Welt ich darauf komme? In Berkely war ich auch in einen solchen Shop geraten, hatte diesen aber sogleich wieder verlassen. Eigentlich mag ich die Farben der Universität Berkeley blau und gelb mehr, als rot. Der Moccha, das Sandwich und das Bananenbrot schmecken fantastisch. Es hat angenehme 25 Grad. Später, bei unserem Rundgang, steigt die Temperatur allerdings um einige Grad an. 

Wir laufen an der Kirche vorbei, die sich mitten auf dem Campus befindet und mit bunten Gemälden verziert ist. Im Inneren findet gerade eine Hochzeit statt, wir laufen seitlich an der Kirche vorbei und hören zufällig wie sich das Hochzeitspaar just in diesem Moment das Ja-Wort gibt. Die Menge klatscht und johlt. 'Das ist ja sehr temperamentvoll hier', sage ich.

IMG_3528_edited.jpg
IMG_3519_edited.jpg
IMG_3520_edited.jpg
IMG_3522_edited.jpg
IMG_3532_edited.jpg
IMG_3517_edited.jpg
49b47e19-faed-409b-800a-851e191eb09a_edited.jpg

HALFMOON  BAY

Von der Periode sowie von der Hitze gepeinigt, ist mir danach, mich ins Bett zu legen und mich auszuruhen. Doch Halfmoon Bay ruft. Wir fahren über gewundene Straßen bis an die Küste. Es ist viel Verkehr, da es sich um das 'Labor Day-Wochenende' – ein verlängertes Wochenende –handelt. 

An der Küste angekommen weht eine frische Brise und ich ziehe mir meinen Pullover über den Kopf. Am Strand ist die Kraft des Meeres zu spüren. Niemand wagt es bei dem Wind und den Wellen ins Wasser zu gehen, weshalb wir uns entscheiden am Strand entlangzulaufen. Ich freue mich, die Gelegenheit zu bekommen zu fotografieren. Zwei junge Surfer, sind dort. Ich beobachte, wie sie ihr Surfbrett auf den nassen Sand werfen, dem Brett hinterher laufen, darauf springen und die Welle vom Strand aus nehmen.

DSCF8900_edited.jpg
DSCF8891_edited_edited.jpg
IMG_3542_edited.jpg
DSCF8865_edited.jpg
DSCF8869_edited.jpg
DSCF8881_edited.jpg
bottom of page